Schamlippen zu groß

Ich finde meine Schamlippen zu groß? Warum kann ich mich damit nicht abfinden?

Schönheitsideale unterlaufen einen ständigen Wechsel und unterliegen dem Zeitgeist. Was in einer Epoche als schön angesehen wurde, wird in der nächsten wieder verworfen. So wurden in der Renaissance und im Barock üppige, ausladende Formen favorisiert, wohingegen in heutigen Zeiten der androgyne Typ als erstrebenswert gilt. Es werden schmale, Körperformen als schön angesehen und der ganze Körper sollte möglichst enthaart sein. Vor noch vielleicht 20 Jahren hätte sich keine Frau dafür interessiert, ob Ihre Schamlippen zu groß oder zu klein wären, so wie sie sich mit ihren zu kleinen oder zu großen Füßen abgefunden hätte. Zu einem wohl proportionierten Körper gehört heutzutage auch, dass die Muskeln und die Haut auch im Alter noch fest und straff sind. Alt und runzelig sein ist unmodern. Um das Ideal eines perfekten Körpers zu erreichen, sind viele Menschen zunehmen bereit, sich operieren zu lassen. Schonende Operationsverfahren, intensive Hygiene und Nachsorge wurden in den letzten Jahren entwickelt, die diesen Bestrebungen ihre Grundlage gaben. Zunächst entwickelte sich der Trend zu Schönheitsoperationen in den USA. Man fing mit Aufpolsterungen der Brüste und mit Korrekturen im Gesicht an – bis zu komplett neuen Gesichtern. Die sexuelle Revolution der 70iger Jahre unterstützte die Tendenz, sich positiv mit den eigenen Genitalien zu beschäftigen und sie kritisch auf ihre ästhetische Wirkung hin zu beurteilen. Damit war auch der Weg frei für künstliche Veränderungen in Hinblick auf eine befriedigenderes Bild der gesamten sexuellen Ausstrahlung.

Inzwischen ist dieser Trend auch bei uns in Deutschland angekommen. Zu Große innere Schamlippen, die über die äußeren herausragen, werden als häßlich angesehen und entsprechen nicht mehr dem modernen Frauenbild einer perfekt proportionierten Figur.